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17.11.2018 : 18:31

Überblick

UMTS (Universal Mobile Telecommunications System)

Datenrate(n) Down-/Upload

  • 384Kbit/s bis 42,2Mbit/s (HSDPA)
  • 64Kbit/s bis 5,76Mbit/s (HSUPA)

Verfügbarkeit: mittel bis hoch

Kosten: mittel

Pro:

  • abhängig nach Standard hohe Datenraten möglich
  • grundsätzlich flächige Versorgung möglich

Contra:

  • vor allem im ländlichen Bereich nicht überall ausgebaut

Mobilfunk

Der Internetzugang über das Mobiltelefon gilt noch heute oft als ruinöses Vergnügen und dazu obendrein als langsam und unausgereift. Bei Altverträgen ist der "Bankrottfaktor" durchaus noch gegeben und der Nutzer sollte sich tunlichst darüber informieren zu welchen Konditionen er den Internetzugang nutzen kann. Aber die letzten zehn Jahre hat sich eine Menge im Mobilfunkmarkt getan und die Netze haben massiv an Leistung gewonnen.

Rückblick auf das Jahr 2000. Die Mobilfunklizenzen für den neuen Standard UMTS wurden an sechs Bewerber vergeben. Der Staat nahm knapp 51 Milliarden Euro an Ersteigerungserlös ein. Die Hoffnungen der Gewinner waren groß, die ihnen aufgebürdete Last aber wog schwerer. Zwei Lizenzinhaber scheiterten schnell und es dauerte noch lange vier lange weitere Jahre bis das erste UMTS-Netz in Deutschland öffentlich nutzbar war. Bis dahin war der Zugang per GPRS Stand der Dinge. 2001 erstmals gestartet, bietet GPRS eine Geschwindigkeit von knapp über 50Kbps und liegt somit auf dem Niveau eines Analogmodem. Damit standen damals dem geneigten Nutzer bei Besitz eines entsprechend tauglichen Mobiltelefons, einer aufgerüsteten Basisstation in Reichweite und einer geringen Netzauslast, zum "Spottpreis" von zum Beispiel 0,025 Euro, eine übertragene Datenmenge von 1KB zur Verfügung. Für das Hochrechen auf den MB-Preis sollte man besser schwindelfrei sein.

GPRS ist heute flächendeckend in allen GSM-Netzen verfügbar. Es bildet immer noch das Rückgrat für mobile Datenübertragung in weiten Teilen einiger Mobilfunknetze, bei welchen keine zusätzlichen Datendienste, wie zum Beispiel EDGE als GPRS-Erweiterung, angeboten werden.

Mit dem kommerziellen Start der UMTS-Netze in den Jahren 2004 und 2005 wurden entsprechende Endgeräte jedoch kaum nachgefragt. Datenübertragung blieb ein Nischenprodukt. Erste Diskussionen über die teuer erkauften Lizenzen kamen auf, denn UMTS schien ein sehr teurer Flop zu werden. Der große Durchbruch für mobile Datendienste erfolgte erst in den Jahren 2007 und 2008. Drei parallel eintretende Entwicklungen beschleunigten massiv das Interesse an mobilen Internetzugängen bei den Nutzern. Zu einem forcierten einige Netzbetreiber die massive Subventionierung von Datenkarten, um diese im Markt zu etablieren. Dazu wurden Tarife angeboten, welche zu bestimmten Konditionen das "Mobile Surfen" attraktiv für den Kunden machten, analog zu den ersten Sprachtarifen im Mobilfunk. Ebenfalls einen großen Einfluss auf die zunehmende Nutzung hatten die neu im Markt auftretenden Discountmarken. Diese boten nicht nur zunächst preiswerte Sprachminuten auf Prepaid-Abrechnung an, sondern bald auch ebenso günstige Datenpreise von zunächst 24ct/MB. Der maßgebliche Faktor für den Boom mobiler Internetnutzung ist aber in der massiven Markteinführung von internettauglichen Smartphones zu finden. Angeführt von einem Lifestyletelefon, welches übrigens nicht im UMTS-Netz funkte, folgten weitere Hersteller und sprangen auf den Zug der Application auf. Die "App" als zentraler Bestandteil des mobilen Alltags veränderte den Umgang mit der Datennutzung auf dem Mobiltelefon nachhaltig.

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