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20.8.2018 : 7:14

Kabel - Fortsetzung

Typbezeichnung eines Kabelverzweigers

Auf Grund der ungewissen Zukunft wurde schließlich zum Ende der neunziger Jahre nicht mehr in die Erschließung neuer Technologien für das Kabelnetz investiert. In Bezug auf Internetzugänge war nun vollenends ADSL als Technologie in den Mittelpunkt gerückt. Insgesamt hat so über ca. sechs Jahre beim Kabelfernsehnetz technologischer Stillstand in Deutschland geherrscht. Zu dem Zeitpunkt der ersten DSL-Vermarktung wären auch die ersten Kabelinternetanschlüsse marktfähig gewesen. So aber wurde in den Ausbau der Kabelnetze erst ab 2004 durch die neuen Gesellschafter investiert. Die Kabelnetze wurden zu großen Teilen auf die volle Übertragungsbandbreite von 860MHz aufgerüstet und mit rückkanaltauglicher Technik ausgestattet, um so Internetzugänge realisieren zu können.

Heute ist in den Großstädten und in den umliegenden Speckgürteln zumeist solch ein Triple-Play fähiges Kabelnetz in den Wohngebieten vorhanden. Kunden, die daran angeschlossen sind, können somit unabhängig von der DSL-Versorgung breitbandige Internetzugänge nutzen. Die Übertragungsraten im Kabelnetz erreichen mittlerweile Geschwindigkeiten von bis zu 100Mbit/s nach DOCSIS3.0-Standard. Langfristig werden diese Datenraten auch noch weiter gesteigert werden können. Ein Vorteil des Kabelinternets ist die an jedem Ort des Netzes verfügbare Maximalgeschwindigkeit. Durch die Nutzung von abgeschirmten Kupferkabeln zur Übertragung des Signals können, im Vergleich mit DSL, sehr große Gebiete versorgt werden. Das Kabelnetz wird dafür in viele "kleine Inseln", sogenannte Cluster, unterteilt. Diese teilen sich dann die verfügbare Gesamtdatenrate in diesem Bereich. Durch dieses "shared medium"-Prinzip muss der Kabelnetzbetreiber mit steigender Anzahl der Kunden, diese "Inseln" weiter verkleinern, um die gebuchten Anschlüsse ausreichend versorgen zu können.

Kabelinternet ist mit großer Verspätung, wo verfügbar, ein sehr ernstzunehmender Konkurrent für DSL- und VDSL-Anschlüsse geworden. Oftmals in der Maximalgeschwindigkeit wesentlich leistungsfähiger und dabei in ausgebauten Gebieten flächendeckend verfügbar. Nachteilig ist jedoch der geringe Ausbau in ländlichen Regionen und eine historisch bedingte mangelnde Versorgung in Gewerbegebieten.

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