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24.4.2019 : 4:36
KVz-Überbau mit Outdoor DSLAM

Dieser Ausbau wird voraussichtlich jedoch auch nur eine Zwischenlösung sein. Denn es werden im Idealfall nur bis zu 75Mbit/s erreicht. Dreistellige Megabit-Werte sind mit dieser Ausbauvariante nicht darzustellen. In Asien und Skandinavien hingegen werden schon heute massiv Glasfaserinfrastrukturen bis zum Endkunden hin verlegt. Aber auch in Deutschland sind insbesondere in den Großstädten lokale Versorger bestrebt, in Siedlungsgebieten mit hoher Bevölkerungsdichte, Glasfaser bis in das Haus zu etablieren. Gewählt werden solch dichtbesiedelten Regionen natürlich aus rein marktwirtschaftlichen Erwägungen. Denn mit vielen Kunden auf engem Raum lässt sich schneller ein Gewinn mit der verbauten Infrastruktur erzielen. Die Investition pro Haushalt ist so natürlich geringer. Allerdings hat die Migration auf Glasfasernetze für den Netzbetreiber jedoch auch noch einen weiteren Vorteil: In einer rein glasfaserbasierenden Infrastruktur sind die Netzwartungskosten geringer, als in den herkömmlichen Kupfernetzen. Dazu kommt natürlich ein weiteres absolutes Alleinstellungsmerkmal: Die Bandbreite.

Mit FTTB (Building) bzw. FTTH (Home)-Anschlüssen lassen sich nahezu unbegrenzt Geschwindigkeiten nach oben hin skalieren. So können durchaus Internetzugänge mit 100 Mbit/s und mehr beim Endkunden bereitgestellt werden. Bei den genannten Abkürzungen handelt es sich um Glasfaseranschlüsse, die bis ins Haus geführt werden. Der Unterschied zwischen den Anschlusstypen besteht in einer noch verbleibenden kurzen Restkupferstrecke im angeschlossenen Haus bei der FTTB-Variante. Der FTTH-Anschluss hingegen ist durchgängig nur mit Glasfasern realisiert. Auf Grund des Verzichts auf eine Kupferstrecke, ist ein FTTH-Anschluss dementsprechend auch noch leistungsfähiger. Geschwindigkeiten von 1GBit/s und mehr sind hier realisierbar. Auf breiter Basis werden solche Anschlüsse in Deutschland aber in den nächsten Jahren nicht zur Verfügung stehen. Zu teuer und aufwendig ist der Ausbau für größere Gebiete. Somit werden weiterhin einige Stadtteile in den Großstädten und Speckgürteln Inseln mit Gigabit-Anschlüssen bleiben. Desweiteren ist eine Standardisierung dieser FTTH- Anschlüsse auch noch nicht vollzogen. So konkurrieren zwei unterschiedliche Architekturen um die Gunst der Netzbetreiber. Auf der einen Seite stehen Anschlussvarianten basierend auf der PON (Passive Optical Network)-Technologie, auf der anderen Seite PtP-Ethernet-Anschlüsse (Punkt zu Punkt-Verbindung). PtP-Architekturen stellen für jeden Anschluss eine eigene Faser zur Verfügung, so dass statt einer Kupferdoppelader eine Faser bis zum Hausanschluss führt. Bei auf PON basierenden Zugängen werden stattdessen mehrere Anschlüsse auf einer Glasfaser gebündelt, wobei ein individueller Zeitschlitz dem jeweiligen Anschluss zugeordnet wird, auf dem er Daten senden und empfangen darf.

Glasfaserzugängen wird auf lange Sicht die Zukunft gehören. Als Frage wird bleiben, wie lange es dauert solche Anschlüsse weiträumig, auch außerhalb der Ballungszentren, zu etablieren. In den nächsten Jahren wird dies sicher nicht zu realisieren sein. Wichtig ist es aber das Augenmerk auf den ländlichen Raum zu richten, wo solche Netze nicht aus dem Wettbewerb heraus gebaut werden. Wenn dort jetzt schon durch die Verlegung von FTTC-Netzen ein Grundstein zu einer verbesserten Glasfaserversorgung gelegt ist, wird der nächste Schritt zu FTTH auch dort leichter zu bewältigen sein.

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