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23.2.2018 : 17:34

Lokaler Anbieter nutzt neue Wege der Erschließung

Quelle: Sven Marquart (Achimer Kreisblatt)

1. Einleitung

Der Landkreis Verden befindet sich in dem Städtedreieck Bremen, Hamburg und Hannover und grenzt im Nordwesten an die Hansestadt Bremen. Der nordwestliche Teil des Landkreises ist Teil des Ballungsraumes Bremen, während der Südosten stark ländlich strukturiert ist. Ausgehend von Bremen verläuft entlang der A27 über Achim, Langwedel bis nach Verden (Aller) ein stärker verdichtetes Siedlungsband.

Mit Breitband unterversorgte Gebiete sind hauptsächlich außerhalb dieses Siedlungsbandes in den ländlich strukturierten Bereichen des Landkreises anzutreffen.

2. Ausgangslage im Landkreis Verden

Durch vermehrte Anfragen privater Initiativen sowie der politischen Interessensvertretungen in den Gremien des Landkreises ist deutlich geworden, dass von kommunaler Seite Schritte zur Schließung von mit Breitband unterversorgten Gebieten unternommen werden mussten.

Wie vielen anderen Kommunen in Niedersachsen stand der Landkreis Verden jedoch vor dem Problem, dass genaue Kenntnisse über die Versorgungslage, die technischen Möglichkeiten und das erforderliche Finanzvolumen nicht vorlagen.

Aus dieser Gemengelage resultierten Handlungsaufträge an die Verwaltung, die erforderlichen Grundlagen bzw. Voraussetzungen zur Schließung von "Weißen Flecken" zu schaffen und in einem darauf folgenden Schritt unterversorgte Gebiete mit leistungsfähiger Breitbandinfrastruktur zu erschließen.

2.1. Breitbandbefragung

Zur Ermittlung der Versorgungslage (Geschwindigkeit der genutzten Internetverbindung) wurde im März 2009 mit Unterstützung des Breitband-Kompetenz-Zentrums in Niedersachsen durch den Fachdienst Wirtschaftsförderung des Landkreises Verden eine Breitbandbefragung sämtlicher Haushalte durchgeführt.

Darüber hinaus wurden weitere relevante Daten für die zukünftige Planung und Umsetzung des Breitbandinfrastrukturausbaues erhoben (z. B. genutzte Technik, monatliche Ausgaben, genutzte Internetanwendungen, gewünschte zukünftige Verbindungsgeschwindigkeit).

Anhand der Ergebnisse konnten erstmalig unterversorgte Gebiete - die sogenannten "Weißen Flecken" - georeferenziert lokalisiert sowie das Potenzial für Neukundenanschlüsse in unterversorgten Gebieten und die Anforderungen von Nutzerseite an ein zukünftiges Netz (Verbindungsgeschwindigkeit) ermittelt werden.

Versorgungslage:

Der Landkreis Verden zählt im niedersachsenweiten Vergleich zu den besser versorgten Landkreisen. Weiße Flecken existieren insbesondere an den Grenzen der Vorwahlbezirke und in Gewerbegebieten.

Anbieterstruktur:

Im Vergleich mit anderen Landkreisen weist der Landkreis Verden eine relativ hohe Vielfalt an Providern mit eigener Breitbandinfrastruktur aus. So hat die Telekom einen Marktanteil von 56 %, EWE-Tel von 18 %, Arcor/Vodafone von 5 % und Kabel Deutschland von 2 %. In mehreren Ortschaften hält Kabel Deutschland als einziger Provider ein hochwertiges Breitbandangebot von über 15Mbit/s vor.

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