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21.5.2018 : 5:11

Auf dem Weg zum FTTH-Netz: Breitband-Projekt Bispingen

Leistungsfähiges Internet wird immer wichtiger –  sowohl für Gewerbetreibende, als auch für Privathaushalte. Um als Standort attraktiv zu sein, sollten heute in einer Kommune flächendeckend Breitbandanschlüsse zur Verfügung stehen.  In der Gemeinde Bispingen hat man dies erkannt und die Möglichkeiten einer Versorgung aller Gemeindeteile mit Breitbandzugängen bereits frühzeitig erörtert.

Nach einer ersten Markterkundung unter den lokalen Provider stand für die Gemeinde Bispingen schnell fest, dass man selbst beim Breitbandausbau tätig werden müsse. Im Mai 2012 wurde daraufhin eine Machbarkeitsstudie auf den Weg gebracht. In Kooperation mit dem beauftragten Beratungsunternehmen begleitete eine Gruppe von Ratsmitgliedern den Prozess in einem intensiven Dialog, um die Möglichkeiten der Gemeinde beim Breitbandausbau bestmöglich auszuloten. Im September lag ein diskussionsfähiges Ergebnis vor. Auf Grund der Fakten war man sich schnell einig, dass eine tiefergehende Analyse der verschiedenen Technikkonzepte und eine entscheidungsvorbereitende Wirtschaftlichkeitsberechnung zu beauftragen sei. Ziel sollte es sein den Ausbau eines FTTH-Netzes in der Gemeinde Bispingen zu ermöglichen.

Im April 2013 wurde dem Rat die Handlungsempfehlung vorgestellt, den FTTH-Ausbau in einem Stufenmodell im gesamten Gemeindegebiet voranzutreiben und für die stark unterversorgten Außendörfer zu überlegen, über einen Eigenbetrieb selbst die Initiative zu ergreifen. Die Berater erläuterten ausführlich die Wirtschaftlichkeitsberechnung. In der Modellberechnung wurde von einem Bauvolumen in Höhe von 2,2 Millionen Euro ausgegangen. Bei 60% Marktdurchdringung würde sich das Projekt rechnen. Mit dem Aufbau eines Glasfasernetzes wäre somit ein für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in Bispingen entscheidender Schritt in die Zukunft geleistet.

Um die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Vorhabens zu überprüfen, wurden anschließend die Bedarfe in der Gemeinde abgefragt. Dazu wurden neben dem Postversand der Fragebögen, auch auf den direkten Kontakt zwischen Einwohnern, Dorfvorstehern und Bürgermeistern geachtet. In persönlichen Gesprächen wurden den Bürgern das Anliegen und der Nutzen der Befragung erläutert. Die Rücklaufquote in den Ortschaften lag dementsprechend hoch zwischen 25 und 65 Prozent.

Mit diesem höchst zufriedenstellenenden Ergebnis konnte ein Viertel Jahr nach Befragungsbeginn mit der Vorbereitung der Gründung eines Eigenbetriebes konkret begonnen werden. Dieser wurde aus steuerrechtlichen Gesichtspunkten befürwortet, denn so ist die Mehrwertsteuer abziehbar und es fallen weder Gewerbe- noch Körperschaftssteuer an, sofern sich der Eigenbetrieb auf Bau und Verpachtung des Glasfasernetzes beschränkt. Außerdem wird auf diese Weise eine Rechtsform geschaffen, die eine wirtschaftliche und organisatorische Selbstständigkeit zulässt, sowie den Haushalt der Gemeinde nicht direkt belastet. Am 31.10.2013 wurde die Gründung des Eigenbetriebs „Breitbandnetz Bispingen“ der Kommunalaufsicht angezeigt und am 12.12.2013 wurde auch im Rat der Gemeinde grünes Licht gegeben.

In der konstituierenden Sitzung des Betriebsausschusses am 09.01.2014 fand die Ernennung des Betriebsleiters Herrn Werner Tanz statt. Das „Breitbandnetz Bispingen“ wird nun im Rahmen einer Ausschreibung  einen Netz- und Dienstbetreiber suchen. Im Rahmen eines Teilnahmewettbewerbes soll ein Pächter und Anbieter für das zu bauende Glasfasernetz gefunden werden, so dass mit den Erdarbeiten noch in diesem Jahr begonnen werden kann. Wenn alles nach Plan läuft, können die Bispinger schon ab 2015 mit Lichtgeschwindigkeit im Word Wide Web surfen.