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20.10.2018 : 8:12

Glasfaser Elbmarsch: Fiber nach weit weit raus

Die Samtgemeinde realisiert eine flächendeckende LWL-Erschließung durch eine gemeindeeigene Anstalt öffentlichen Rechts

Ausgangslage

 

Seit 2007 bemühen sich die Samtgemeinde Elbmarsch und der Landkreis Harburg um eine Verbesserung der Internetanbindung, die in manchen Ortsteilen nicht über 1 Mbit/s Downloadgeschwindigkeit hinauskam. Nachdem sich jedoch trotz vorliegender Förderbescheide kein Netzbetreiber für den Netzausbau finden ließ, nahmen sich die Elbmarscher 2012 die hessische Gemeinde Eichenzell zum Vorbild, die einen Eigenbetrieb für den Bau und Betrieb eines eigenen Glasfasernetzes gegründet hatte, und gründeten ihrerseits Ende 2013, nach anfänglichen Widerständen der Aufsichtsbehörde, die Elbmarsch Kommunal Service, kurz ElbKom, als Anstalt öffentlichen Rechts mit dem Ziel, ihre eigene Glasfaserinfrastruktur zu errichten.

 

Ausschreibungsphase

 

Die ElbKom beauftragte das in kommunalen Glasfaserprojekten erfahrene Planungsbüro LAN Consult, sich um die europaweiten Ausschreibungen für Bau und Betrieb zu kümmern. Ende 2014 konnte die pepcom GmbH die  europaweite Ausschreibung für den Betrieb der passiven Infrastruktur sowie für Planung, Bau und Betrieb der aktiven Technik für sich entscheiden. Das Unternehmen bringt über 28 Jahre Erfahrung in Bau und Betrieb von eigenen und fremden Glasfaser- und Kupfernetzen ein und ist in der Lage, alle erforderlichen Dienstleistungen aus eigener Kraft zu erbringen.

Vorvermarktung

 

Um den Plan zu realisieren, ein eigenes Glasfasernetz in Eigenfinanzierung und ohne Inanspruchnahme von Fördergeldern zu realisieren, musste während der intensiven Vorvermarktungsphase eine Anschlussquote von 60 Prozent  erreicht werden. Diese Quote war erforderlich, um  sicherzustellen, dass die nötigen Investitionen nach einer Vertragslaufzeit von dreißig Jahren vollständig durch die Endkundenabhängige Pachtzahlung der Betreiberin pepcom getilgt sein würden.

Gemeinsam informierten die Gemeinde, die ElbKom und die pepcom die Bürgerinnen und Bürger auf Informationsveranstaltungen, im Bürgerbüro oder über die eigens erstellte Webseite www.glasfaser-elbmarsch.de sowie zahlreiche Zeitungsartikel über die Projektfortschritte. Interessierte Bürgerinnen und Bürger erhielten die Möglichkeit eines kostenfreien Hausanschlusses, wenn Sie sich während der Vorvermarktung für einen Anschluss an das Glasfasernetz der Elbmarsch entschieden. Am Stichtag, dem 30.04.2015 hatten über 60 Prozent der Elbmarscher die erforderlichen Unterlagen (Grundstückseigentümererklärung und Internetanträge) eingereicht.

 

Bau und Betrieb

Nach dem ersten Spatenstich am 24.7.2015 wird das Netz bis Ende 2016 ausgebaut. Die Bürgerinnen und Bürger werden regelmäßig durch Schreiben und Baupläne über den Baufortschritt informiert und erhalten die Termine für die Realisierung ihrer Hauszuführung.

Um auch den bislang Unentschlossenen entgegen zu kommen, gibt es während der Bauphase nochmals Sonderkonditionen für den Hausanschluss.

Sukzessive nach Baufortschritt werden alle Bürgerinnen und Bürger, die sich für den Anschluss an das Netz entschieden haben, angeschlossen und mit Internetprodukten von bis zu 200 Mbit/s versorgt.

Der Vorteil von der Samtgemeinde Elbmarsch gewählten Modells: Die Einnahmen aus dem Netz bleiben in der Gemeinde, somit investiert die Samtgemeinde in die eigene Zukunft.